Das kollaborative Projekt “Vision 2020” thematisiert die sich schleichend verschlechterden Studienbedingungen in Sachsen und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), deren Problematik stellvertretend für die gesamte europäisch-neoliberale Einsparungspolitik in Sachen Bildung steht. An zentraler Position, im Lichthof der Hochschule, wurde in Form von diversen Messeständen ein dystopisches Bild der Kunsthochschule im Jahr 2020 entworfen. Inhaltlich angelehnt an den vorliegenden “Hochschulentwicklungsplan 2020” des Freistaates Sachsen und, formal angelehnt an die Ästhetik einer Messe – Messeparzellen, Teppichboden, Cocktailtische, Werbegeschenke und Standhostessen – wurde eine mögliche Zukunft und Verwertbarkeit des Bildungsapparates verhandelt. Der Logik der “Überidentifikation” folgend, haben Studierende vier erfundene Firmen gegründet, die ihre an die Kunsthochschule maßgeschnittene Produkte und Dienste während des wohlbesuchten Rundganges 2012 anboten.

C-SOLUTIONS

C-solutions ist eine neuartige Vermittlungsagentur an der Schnittstelle zwischen progressiver Unternehmenskultur und den Potentialen junger kreativ-kritischer KünstlerInnen. In Zeiten der Krise setzen wir auf die unkonventionelle Entwicklung zuverlässiger Praxislösungen in Fragen multiperspektivischer Unternehmens- und Institutionsmodellierung. C-Solutions; Weiter Denken. Erfolgreich Handeln. Kritik als Weg aus der Krise.

Neben dem Messestand und der Performance der KünstlerInnen vor Ort bestand das Projekt auch aus einem “Unternehmensportfolio”, welches sich die BesucherInnen mit nach Hause nehmen konnten. Hier fanden sich verschiedene Texte die, die Widersprüche zwischen der eigenen kritischen Haltung, ökonomischen Abhängigkeiten als auch dem Leben innerhalb innerhalb kapitalistischer Verwertungslogik weiter untersucht.

Zum Team von C-SOLUTIONS gehören Anne Hofmann, Marie-Eve Levasseur, Luise Schröder, Melina Weissenborn, Verena Looser & Martin Haufe. Eine ausführliche Projektdokumentation kann hier heruntergeladen werden.