Das Projekt ‘Research lässt sich als kollektiver Arbeitsprozess beschreiben in dessen Rahmen eine gemeinsame Ausstellung entstanden ist. Ausgangspunkt, der aus sieben KünstlerInnen bestehenden Gruppe war dabei eine Untersuchung von Rolle und Möglichkeiten künstlerischer Forschung. Dabei bedienen wir uns des Konzeptes der ‘Pataphysik, einer Art fiktiver Wissenschaft, die oft sehr ironisierend und affirmativ Elemente aus Naturwissenschaft und Forschung philosophisch überformt. Somit versteht sich unser Ausstellungskonzept in erster Linie als Kritik gegenüber einen Kunstbegriff der sich zunehmend ins Verhältnis zur Wissenschaft setzt und innerhalb dessen sich eine kanonisierte Theorieproduktion abschottet.
Der Schwerpunkt unserer gemeinsamen Arbeit und Recherche war auf den Versuch ausgelegt, eine eigene Methodologie künstlerischer Forschung zu entwickeln und eine Situation des Einzelfalls zu schaffen. Dadurch lässt sich das Projekt eher als eine Expedition sehen, deren Resultat nicht abzusehen war. So wurde die komplette Ausstellung innerhalb eines einwöchigen Workshops im Ausstellungsort entwickelt, in dessen Rahmen sich Inhalte aus kollektiver künstlerischer Arbeit, Theater, Performance, Poesie und feministischer Theorie (Methodologie) zu einem Display kombinierten.

Dabei blieb der größere der beiden Ausstellungsräume fast leer nur der Boden ist komplett bedeckt mit Schichten aus Wellpappe. Jeweils Eine für jeden Tag der gemeinsamen Arbeitsphase, sie erzeugen ein Abbild der Aktivitäten die in dem Raum stattgefunden haben. Neben dem Boden befindet sich eine Infographik an der Wand, diese zeigt ein Geflecht aus Begriffen, Ressourcen und Ängsten die den gruppeninternen Kommunikationsprozess visualisieren.
Gegenüber dem klar geordneten vorderen Raum lässt sich der zweite Raum als eine Art Labor verstehen hier finden sich Skizzen, Videos, gefundene Objekte und Fotos die zu einem dichten Archiv mit musealer Präsentation zusammengeführt worden. Dabei orientiert sich diese Präsentation am Konzept der Wunderkammer und liefert so das „Welterklärungsmodell“, für den davor befindlichen Raum mit dem Pappboden.
Die Wunderkammer als auch ‘pataphysische Forschung wirken dadurch, dass sie durch das aufstellen von Behauptungen und Gegenüberstellungen die keiner klaren Logik folgen, einen Assoziationsraum öffnen. Dies formuliert auch einen Gegenpol, einer Fetischisierung auf kognitiver Ebene und ist damit eines der Forschungsziele unserer gemeinsamen Expedition.

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