Project Description

ATB

Das Künstler*innenkollektiv atb hat sich an der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen gefunden und arbeitet seit mehreren Jahren in unterschiedlichen Projekten und Besetzungen zusammen. Das Hauptinteresse dabei ist, das Erkunden und Entwickeln verschiedener kollektiver Formen künstlerischer Arbeit.

Die dabei entstehenden Beobachtungen und Projekte fragen zum einen in die Gruppe hinein, wie sich Kollektivität und Freundschaft im Feld ästhetischer Praxen verhalten. Zum anderen fragen sie auch nach außen nach den Produktionsbedingungen öffentlicher Räume.

Die vielfältigen und wechselnden Einflüsse der einzelnen Teile des Kollektives generieren so eine Arbeitsweise die sich als interdisziplinär und am „Verdacht“ orientiert beschreiben lässt, so geht es weniger um die Entwicklung einer gemeinsamen ästhetischen Sprache als um den intrinsischen Gehalt und Interessen der Gruppe. Formen die das Kollektiv dabei nutzt sind unter anderem, Rituale, installatives agieren im Raum, Architektur(modelle), Publikationen, Sound- & Textcollagen, Theater, Performances und Publikationen.

Der Anspruch von atb ist zudem diese Beobachtungen und Experimente zu vermitteln. So gibt es begleitend zu den einzelnen Projekten Workshop, Kongresse oder Vorträge in denen das Kollektiv ortsspezifisch Gruppen einlädt oder oder direkt in das jeweilige Projekt einbindet.

ATB is a multidisciplinary collective with members from Germany, Denmark, Norway, Lithuania, Chile and Wales. They share common interests in collectivity, urban space, performance, the politics of art and its emancipatory potential. We try to explore and develop different forms of collective artistic work. Our shared interest is a constant investigation of the conditions of the production of (public)space and the changes therein. Our way of working can be described as an experimental, inter-disciplinary practice that evolves around and through games, play, rituals, pseudo-scientific research. Based on our diverse individual skills and interests in music, theater, play, gardening, politics, sound, cooking, sociality and poetry. The end result will be the traces of our activities left in space and around the city – likely to be immaterial, anti-commercial and performative.

Performances und Workshops im Rahmen der Ausstellung collective misunderstandigs Mission Gallery Swansea | 2015
Textilbanner mit Siebdruck als Teil der Rauminstallation der Ausstellung collective misunderstandings | Mission Gallery Swansea 2015
Ausstellungskatalog zu  collective misunderstandings, Katalogrelease im Projektraum Florida München | Siebdruck, Digitaldruck | 2016

‘research

Das Projekt ‚Research lässt sich als kollektiver Arbeitsprozess beschreiben in dessen Rahmen eine gemeinsame Ausstellung entstanden ist. Ausgangspunkt, der aus sieben KünstlerInnen bestehenden Gruppe war dabei eine Untersuchung von Rolle und Möglichkeiten künstlerischer Forschung. Dabei bedienen wir uns des Konzeptes der ‚Pataphysik, einer Art fiktiver Wissenschaft, die oft sehr ironisierend und affirmativ Elemente aus Naturwissenschaft und Forschung philosophisch überformt. Somit versteht sich unser Ausstellungskonzept in erster Linie als Kritik gegenüber einen Kunstbegriff der sich zunehmend ins Verhältnis zur Wissenschaft setzt und innerhalb dessen sich eine kanonisierte Theorieproduktion abschottet.

Der Schwerpunkt unserer gemeinsamen Arbeit und Recherche war auf den Versuch ausgelegt, eine eigene Methodologie künstlerischer Forschung zu entwickeln und eine Situation des Einzelfalls zu schaffen. Dadurch lässt sich das Projekt eher als eine Expedition sehen, deren Resultat nicht abzusehen war. So wurde die komplette Ausstellung innerhalb eines einwöchigen Workshops im Ausstellungsort entwickelt, in dessen Rahmen sich Inhalte aus kollektiver künstlerischer Arbeit, Theater, Performance, Poesie und feministischer Theorie (Methodologie) zu einem Display kombinierten.

Dabei blieb der größere der beiden Ausstellungsräume fast leer nur der Boden ist komplett bedeckt mit Schichten aus Wellpappe. Jeweils Eine für jeden Tag der gemeinsamen Arbeitsphase, sie erzeugen ein Abbild der Aktivitäten die in dem Raum stattgefunden haben. Neben dem Boden befindet sich eine Infographik an der Wand, diese zeigt ein Geflecht aus Begriffen, Ressourcen und Ängsten die den gruppeninternen Kommunikationsprozess visualisieren.

Gegenüber dem klar geordneten vorderen Raum lässt sich der zweite Raum als eine Art Labor verstehen hier finden sich Skizzen, Videos, gefundene Objekte und Fotos die zu einem dichten Archiv mit musealer Präsentation zusammengeführt worden. Dabei orientiert sich diese Präsentation am Konzept der Wunderkammer und liefert so das „Welterklärungsmodell“, für den davor befindlichen Raum mit dem Pappboden.

Die Wunderkammer als auch ‚pataphysische Forschung wirken dadurch, dass sie durch das aufstellen von Behauptungen und Gegenüberstellungen die keiner klaren Logik folgen, einen Assoziationsraum öffnen. Dies formuliert auch einen Gegenpol, einer Fetischisierung auf kognitiver Ebene und ist damit eines der Forschungsziele unserer gemeinsamen Expedition.

Ausstellungsansichten ‘research im Projektraum after the butcher Berlin | 2012

Plz dont feed the trolls

setzte sich mit Rollen und Identitäten auseinander die Menschen in Gruppenprozessen entwickeln, wie lassen sich Dinge in Gruppen sagbar machen oder vielmehr was hindert uns daran Dinge auszusprechen?

Ausgangspunkt dieser Fragestellung ist die mythologische Figur des Trolls, die seit dem Aufkommen „sozialer Netzwerke“ zu neuer Berühmtheit gekommen ist. Trolling bezeichnet das bewusste Stören von Gesprächen und Diskussionen im Internet. In unserem Projekt stellten wir uns die Frage welche Rollen, Machtverhältnisse und „falsche Höflichkeiten“ in Gruppen auftreten und wie wir durch künstlerische Methoden Einfluss darauf nehmen können.

Während der einwöchigen Arbeitsphase fanden mehrere Treffen mit externen Gruppen statt, performten verschiedene Rollenspiele, wir entwickelten ein Schaubild (das durch das Fenster unseres Arbeitsraumes auch auf der Straße sichtbar war) und druckten ein T-Shirt, welches ebenfalls in unserem Arbeitsraum präsentiert wurde.

Ausstellungsansichten des Projektes im Kunstraum Praline Leipzig | 2013, und Bains Collective Brussels | 2014